Interview mit Eva Siegmund!

Heute haben wir etwas ganz besonderes für euch!

Nämlich durften wir der lieben Eva Siegmund ( Der Autorin von Pandora und

LÙM) ein paar Fragen stellen! :) Nochmal vielen, vielen Dank!

Erstmal etwas zu Eva selber:💕

Bildergebnis für eva siegmund


 Welcher Charakter aus Pandora wären Sie am liebsten?
Vielleicht ist Charakter hier das falsche Wort, denn wenn ich es mir frei aussuchen könnte, dann wäre ich gerne für einen Tag Daphne, die betagte Dalmatiner-Dame von Liz. Ich meine: bei einer reichen Familie leben und den ganzen Tag nichts weiter tun als essen, sich streicheln lassen oder am Pool dösen – wer möchte das nicht?

Wie sind Sie auf die „Sandmann-Idee“ gekommen?
Als mir die Idee zur Traummanipulation kam, wurde schnell klar: für dieses Buch brauche ich einen richtigen Bösewicht. Er muss intelligent sein, über ausreichend Geld für seine Machenschaften verfügen, darf aber auf keinen Fall in der Öffentlichkeit stehen. Und was bekommt man, wenn man einem einsamen aber hochintelligenten Menschen zu viel dunkle Macht gibt? Einen verrückten Bösewicht! Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, den Sandmann zu kreieren und auf meine Geschichte „loszulassen“ – er ist mein heimlicher Liebling.

Könnte es eine Fortsetzung von Pandora geben?
Pandora ist ein Einzelband und somit ist keine Fortsetzung geplant. Allerdings habe ich Liz und Sophie sehr gern gewonnen und manchmal fehlen sie mir. „Sag niemals nie“ heißt es also, immerhin glaube ich, dass in Bezug auf technische Entwicklungen implantierte Chips nur der Anfang sein werden.

Was war es für ein Gefühl, als Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde?
Eine schräge Mischung aus Aufregung, Glück und Angst. Schließlich ist es so, dass vor der Veröffentlichung eines Buches nur eine Handvoll Menschen dessen Inhalt kennt – wenn es hoch kommt! Und dann erscheint es und auf einmal lesen es fremde Leute. Wenn alles gut geht sogar viele fremde Leute. Diese Vorstellung finde ich immer wieder verrücktschön. Es ist unheimlich spannend, zu sehen, wie das Buch bei den Lesern ankommt.

Wie stellen sie sich ihre Leser vor?
Als ich noch in Berlin wohnte, bin ich an kalten Tagen immer mit der S-Bahn zur Arbeit gefahren. Morgens ist die Berliner S-Bahn immer völlig überfüllt, die Leute stehen wie die Ölsardinen, es wird ziemlich heiß, manchmal findet man nicht einmal Platz, sich richtig festzuhalten. An solch einem Morgen sah ich ein Mädchen, das mitten im Waggon stand. Sie hielt den ersten Teil von „Silber“ von Kerstin Gier in den Händen und las. Obwohl es im Wagen sehr warm war, trug sie ihre Mütze und ihren Schal. Der Zug schaukelte und legte sich in die Kurven – sie schaukelte mit, ging in die Kurven wie ein Skifahrer – die Leserin blickte nicht ein einziges Mal auf, bemerkte die Leute nicht, die sich an ihr vorbei zum Ausgang schoben oder Plätze, die neben ihr frei wurden. Völlig versunken. Und weil es so schön ist, stelle ich mir so auch immer meine Leser vor.

Welches ist Ihr liebstes Buchcover?
Oh, das ist eine wirklich schwere Frage. Es gibt so viele schöne Cover. Natürlich ist Pandora wunderschön, aber da bin ich befangen. Ich finde das Cover zum nächsten Roman von Anne Freytag – Den Mund voll ungesagter Dinge – absolut großartig, eines der tollsten Cover, die ich jemals gesehen habe. Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann sind es wohl die Cover zu den Hardcoverausgaben der „Wildwood-Cronicles“ von Colin Meloy. Er ist zufällig auch einer meiner Lieblingsmusiker, seine Frau hat die Illustrationen gemacht. Dass es sich um liebevoll gestaltete Gesamtkunstwerke handelt, sieht man den Büchern an. Aber leider nur den Originalausgaben.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Als ich mit 23 Jahren meinen ersten Roman fertig gestellt hatte, habe ich meiner Mutter ganz stolz davon berichtet. Sie hob nur eine Augenbraue und sagte: „Das musste ja kommen!“ (danke Mama!). Und sie hatte recht. Ich habe schon immer geschrieben. Tagebücher, Gedichte, Kurzgeschichten, tonnenweise Briefe. Meine Deutschlehrer entdeckten schnell, dass ich Talent habe und haben mich bei Wettbewerben angemeldet. Gewonnen habe ich anfangs nicht, aber die Leidenschaft fürs Schreiben blieb mir immer erhalten. Es ist einfach meine Art, mich auszudrücken. Irgendwann habe ich mir ein Herz gefasst und aus eigenem Antrieb bei Kurzgeschichtenwettbewerben mitgemacht und sogar ein paar gewonnen. Auf den Wettbewerben wurde ich von Agenturen angesprochen und spätestens da dachte ich: „Hey, das sollte ich versuchen!“
Ab da ging es richtig los J

Welches ist ihr Lieblingsbuch?
Ich habe drei absolute Lieblingsbücher, die mich mein Leben lang begleiten werden.
Mein liebstes Kinderbuch ist und bleibt die Unendliche Geschichte von Michael Ende. Nichts auf dieser Welt ist so, wie dieses Buch. Und es war mir unendlich wichtig, einer meiner größten Schätze, als ich noch ein Kind war. Ich hüte es noch immer.
Mein liebster Roman ist Die Entdeckung des Himmels von Harry Mulisch. Die Dialoge sind so intelligent und die Geschichte so aberwitzig, dass ich es immer wieder lesen kann.
Mein liebster Krimi ist – zu guter Letzt – Schilf von Juli Zeh. Dieses Buch hat mich dazu gebracht, in einer vollen Straßenbahn laut „NEIN!“ zu schreien, als mir dämmerte, in welche Richtung es sich entwickelt. Das hat davor und danach keiner mehr geschafft.  

Sind noch andere Bücher in Planung? 
Natürlich! Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem Schreiben aufzuhören. Und gerade bin ich auch schon wieder mitten drin in einem neuen Jugendroman. Ich hoffe, es wird ein würdiger Nachfolger für Pandora! 

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